empty inside Die Premiere unseres neuen Projekts E L Y S I U M am vergangenen Wochenende war „cool” – im sprichwörtlichen Sinn – und hat Spass gemacht. Wir haben zahlreiche Feedbacks zu unserem Konzept und zu den LEANDRINKS erhalten. Unsere selbstgemachten Kaltauszüge und Essenzen sind ein ästhetisches Geschmackserlebnis und in Zürich einmalig. Besonders beliebt waren Ananassalbei, Pacific und Dirtybeach. Auch die Einrichtung die wir komplett selbst gestaltet haben, wurde als wirklich „cool” und nicht „kühl” wahrgenommen. An der frischen und unverbrauchten Atmosphäre war abzulesen, dass Alkohol nicht der soziale Treibstoff sein muss, damit Atmosphäre, Begegnung und Entspannung entstehen. Dieses sonnige Wochenende geht es weiter Do / Fr / Sa 18 – 23 Uhr. Weitere Infos unten.
Mit unserer vorausgegangenen Ausstellung O F F S P A C E ist es gelungen, den Bezug zwischen TAGS und dem neuen Materialismus sichtbar zu machen.
Mit E L Y S I U M lassen wir die daraus gewonnenen Erkenntnisse nicht in der Galerie stehen, sondin den Alltag zurückströmen. Parallel zum flüssigen Erlebnis in der Garage, gibt es in der Galerie die luftige Installation empty inside zu sehen. Wasser und Luft – ein Bild für die zunehmende Leere unserer Kultur (Luft) und ihre utopische Gegenerzählung (Wasser).
Gedanken zur postmodernen Kultur heute
empty inside untersucht, was bleibt, wenn Kultur permanent Bedeutung behauptet, aber kaum noch Erfahrung produziert.
Das künstliche Füllen der Leere mit sinnlosem Inhalt, das erzwungene Erzeugen kultureller Dringlichkeit und die permanente Selbstreferenz, bilden die heilige Dreifaltigkeit des postmodernen Kulturalismus. empty inside

Ganz oben auf der Beliebigkeitsskala stehen aufgeblähte Geschichten aus der Retorte, selbstverständlich ohne Ecken und Kanten. Da lässt der unablässige Verweiszirkus eher an ein barockes Kulturkarussell denken, als an eine vitale Kunstszene. Aus Angst, das dominante Narrativ nicht befriedigend bedienen zu können oder durch wirklich progressive und nicht am Kulturabklatsch beteiligte Zeitgenossen das fein austarierte kultürliche Gleichgewicht zu verlieren, werden bizarr-narzisstische und retro-emanzipatorische, im Kern eigentlich regressive Kulturbräuche legitimiert und so die eigene Bünzligkeit verschleiert. So braucht es wenigstens keine trigger warnings im Kulturbetrieb. Die Provokation bleibt verwaltet, die Kritik bleibt dekorativ, der Dissens bleibt formatierbar. empty inside
Gelegentlich wird die Prunk und Pracht-Homogenität der absolutistischen inneren Kreise mit warmem Blut – bzw mit kontrollierter Differenz aufgefrischt. Es muss ja Diversität herrschen – selbstverständlich mit affirmativ kulturell-korrektem Abstand. Die Notwendigkeit ist somit sichergestellt. In den familiär-gönnerhaften Schenkkreis aufgenommen wird aber nur, wer heuchelt, keine eigene Meinung hat und sich brav in den safe_space einfügt. Ein oder mehrere Fürsprecher der/die erschöpfend demonstriert/en dass es einen Anspruch darauf gibt, dürfen auf keinen Fall fehlen. Das sind die Voraussetzungen, um diese kulturellen Bereicherungen, gebührend in der Manege vorzuführen. Kleine Unstimmigkeiten oder schreiende Tatsachen werden dann einfach intern still unter den Teppich gekehrt. So wird Diversität zum Inventar: sichtbar genug für das Programm, ungefährlich genug für die Struktur. empty inside
Die nostalgisch–folkloristische Haltung vieler Kulturschaffender nährt eine Politik der Ausgrenzung und Unterdrückung. Hoch zu Ross und wohlgenährt, manövrieren sie hochtrabend im Kreisverkehr, symbiotisch mit den wichtigtuerischen Influencern, aufgeblasenen Kulturinstitutionen und “social justice warrior” Journalisten, welche – auf lokales und horizontales Kulturschaffen eingestellt, nur pseudokritische und leicht ironisch gewürzte Kunst goutieren. Schliesslich gehört eine dezidiert sozialkritische Haltung und der dazugehörige künstl”er”ische (Berliner Slang – Anm. d. Red.) politisch korrekte Output zur Betriebsroutine. empty inside
empty inside = eine Kultur, die ihre eigene Leere nicht mehr bemerkt, weil sie sie mit Diskurs, Design, Haltung und institutioneller Wärme auspolstert. Was als Offenheit erscheint, funktioniert als geschlossener Kreislauf aus Selbstreferenz, Geltung und kontrollierter Abweichung.

So wird das grosse Feld gut eingesessenen neoliberalen Kulturverkäufern überlassen wodurch heute jede Veränderung unmöglich erscheint. Eine kulturelle Gegenbewegung bedarf nicht nur einer weitreichenden Strategie, sondern auch einer rational-spekulativen Gegenerzählung. Sie muss nicht nur andere Inhalte liefern, sondern andere Bedingungen schaffen: andere Räume, andere Rituale, andere Oberflächen, andere Formen von Gegenwart.
Für eine Flucht nach vorn, ab ins E L Y S I U M⛓🌿💦
see you there, Roman Leu
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E L Y S I U M
Mit dem neuen Konzept unserer E L Y S I U M Bar stellen wir ein Pilot Projekt vor: Leitungswasser+. Im August servieren wir für zwei Wochenenden Zürcher Leitungswasser angereichert mit reinen, anregenden Substanzen. Alle Drinks sind Selbstgemacht. In Liegestühlen entspannen und eingebettet in Vaporwave und Mallsoft kann man diese reinen Essenzen geniessen und Träumen.
Die Öffnungszeiten sind: Do / Fr / Sa, ab 19 – 23 Uhr. Komm uns besuchen und probiere unsere hauseigenen LEANDRINKS.⛓🌿💦

Die Getränkekarte bietet eine Auswahl an Kaltauszügen, natürlichen Essenzen oder darfs eine Spur Chemie sein. So gut wie alle LEANDRINKS ausser drei, sind zucker- und kalorienfrei, sowie frei von künstlichen Süss- und Farbstoffen. Auf natürlicher Basis hergestellt, sind sie beinahe kosher, halal – 100% vegan, Gluten – und Alkoholfrei. Eine Radikale Vereinfachung, die gut tut. Uns ist es wichtig lange Transportwege und möglichst viele Ketten der Abhängigkeit zu sprengen. Unser Motto ist: Appropriate technology.
Unsere hausgemachen LEANDRINKS :
- 3 Kräuterinfusionen
- 3 Blumenessenzen
- 3 Stimulanzien
- 3 Nofilter
- 3 Holidaydreams
- 3 Wildcard
L E A N heisst: reduziert auf das Maximum, was sich in der Ästhetik der Bar reflektiert.
E L Y S I U M ist ein Pilotprojekt. Bei gutem Feedback, eröffnen wir im Frühling richtig. Also wenn ihr es gut findet lasst es uns wissen, berichtet darüber, shared and cared, postet auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Tumblr etc.
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/ / / E L Y S I U M / / /
18. – 27. August 2016
Eröffnung: 18. August 18 – 24 Uhr
Öffnungszeiten: Do / Fr / Sa 18 – 23 Uhr
Starkart Exhibitions, Brauerstrasse 126, 8004 Zürich
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