Starkart Urban Art Exhibitions

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Archive for the ‘Graffiti’ Category:

The Mystery of Banksy ETH AusstellungsfĂŒhrung

Die Banksy-Ausstellung bietet eine einzigartige Gelegenheit, Werke des Street-Art-Superstars aus der NĂ€he zu betrachten. Tauchen wir gemeinsam ein in die schillernde und subversive Welt des anonymen Kunst-Aktivists, der mit seinen politisch-sozialkritischen Werken weltweit fĂŒr Aufsehen sorgt.

Der moderne “Robin Hood” setzt gern Ironie als Mittel ein, um Kapitalismus und Konsumgesellschaft zu kritisieren. Ausserdem kommentiert er hartnĂ€ckig und unverdrossen medienwirksame Themen wie Krieg, Armut, Umweltverschmutzung inklusive Diskriminierung, was handumkehrt in den AktionshĂ€usern doppelstellige MillionenbetrĂ€ge einspielt.

Es gibt viel zu entdecken: von ikonischen Street-Art-Werken bis hin zu aufwendig gestalteten Installationen und Multimedia-Kunstwerken, gibt die Ausstellung einen umfassenden Überblick in das Gesamtwerk des AusnahmekĂŒnstlers.

Eine Erfahrung, die Sie nicht so schnell vergessen werden!

FĂŒr eine FĂŒhrung kontaktieren sie uns.

Er ist weltberĂŒhmt und dennoch ein Mysterium – Banksy, der in Bristol geborene und bis heute anonyme Graffiti-KĂŒnstler und Maler, der dafĂŒr bekannt ist, die Grenzen des Kunstmarktes in Frage zu stellen und der mit seinen Arbeiten seit Jahren fĂŒr Furore sorgt. Nun kommt er mit «The Mystery of Banksy – A Genius Mind» erstmals in die Schweiz!
Die Ausstellung zeigt dabei eine noch nie dagewesene PrÀsentation mit mehr als 150 Werken des gefeierten Street-Art-Superstars.

Graffitis, Fotografien, Skulpturen, Videoinstallationen und Drucke auf verschiedenen Materialien wie Leinwand, Stoff, Aluminium, Forex und Plexiglas wurden eigens fĂŒr diese Sonderschau reproduziert und zusammengetragen.
«The Mystery of Banksy – A Genius Mind» gibt dem Besucher in einem aufwĂ€ndigen und einzigartigen Setting einen umfassenden Überblick und Einblick in das Gesamtwerk des Genies und AusnahmekĂŒnstlers. Ganz nach Banksys Motto «Copyright is for losers ©TM» sind diese Hommage und die dort gezeigten Werke aufgrund seines anonymen Status nicht vom KĂŒnstler autorisiert.

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The Mystery of Banksy ETH AusstellungsfĂŒhrung

Vom 14. bis 16. September 2018 findet in der Galerie STARKART zum zweiten Mal die Charity-Ausstellung Art with Heart ZĂŒrich statt. Das Kollektiv Atelier Brauerstrasse zeigt Werke verschiedener KĂŒnstler aus dem Raum ZĂŒrich. Der Gesamterlös der Ausstellung und des Rahmenprogramms wird der FlĂŒchtlingshilfe gespendet.

  • ZWECK

Mit dem Verkauf der von den KĂŒnstlern gespendeten Werke und dem Erlös der Kollekte möchten wir zwei Organisationen, die im Bereich der FlĂŒchtlingshilfe tĂ€tig sind, finanziell unterstĂŒtzen.

Eine HĂ€lfte der Spenden soll die Organisation One happy family auf Lesbos erhalten. „MIT den Menschen statt FÜR sie”. Das ONE HAPPY FAMILY – Gemeinschaftszentrum ist ein Ort, der zusammen mit Menschen aus den FlĂŒchtlingslagern auf der griechischen Insel Lesbos aufgebaut sowie betrieben wird und ist ein Ausgleich zum unmenschlichen Camp Moria, in dem viele leben mĂŒssen.

Die andere HĂ€lfte soll der Organisation Be a Robin in ZĂŒrich zukommen. BE A ROBIN ist eine kleine, unabhĂ€ngige Organisation von Freiwilligen, die Menschen mit Fluchthintergrund unterstĂŒtzt. Sie helfen mit ihren FreizeitaktivitĂ€ten dabei, dass sich die Teilnehmer in ZĂŒrich willkommen fĂŒhlen und Kontakte zu anderen Stadtbewohnern aufbauen können.

  • WER WIR SIND

Das Kollektiv Atelier Brauerstrasse besteht aus jungen Freiwilligen aus dem Raum ZĂŒrich, die zusammen mit Kunstschaffenden die Ausstellung Art with Heart in ZĂŒrich realisieren. Dazu zĂ€hlen bekannte Streetart-KĂŒnstler wie Oibel 1, Safu und Bane. FĂŒr die musikalische Unterhaltung sorgen Laurent & Max und Gina ÉtĂ© „Diese ZĂŒrcher Musikerin ist sowas wie die Schweizer Antwort auf Björk: Reich an EinflĂŒssen, mysteriös und – ist man erst in dieses Klanguniversum abgetaucht – einvernehmend. –” negativewhite.ch. Am Samstag, 15. September 2018, finden zudem verschiedene Workshops fĂŒr Kinder statt. Der Event wird mit einem Angebot an internationalem Essen und speziellen GetrĂ€nken ergĂ€nzt.
In Zusammenarbeit mit Roman Leu und STARKART Exhibitions.

  • PROGRAMM

FREITAG 14. September

17-24 Uhr: Vernissage, Eröffnung der Ausstellung mit Food, Drinks und Musik.

SAMSTAG 15. September

13-24 Uhr: Ausstellung, Bar und Musik.

13-17 Uhr: Workshops fĂŒr Kinder und grosse Kinder. Mit T-Shirt drucken, Zeichnen, Basteln und vielem mehr. (tba)

ab 17 Uhr: Internationales Essen (tba)

19-20 Uhr: Konzert Gina ÉtĂ©.

SONNTAG 16. September

12-15 Uhr: Kaffee, Kuchen, Ausstellung, Bar und Musik.

15-18 Uhr: Finissage mit KĂŒnstlerapĂ©ro.

  • KÜNSTLER

Oibel1 // Bane // Safu // Jonas Lemoi // Zera // Julia Trachsel // Nuel Schoch // Ale Pepita // Gigzh // Lara Russi // Michael Nitsch // Irene Ma // Paz. // Ekin Senan // Gabriela Koller // Anna Caderas // Doris Dehan Son // Wassili Widmer // Urs Kupferschmied // Nina Calderone // Elisabeth Rutishauser // Yvee Nogara // Debri // Darcie Jackson

Website Art with Heart ZĂŒrich
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Medienmitteilung_AwH PDF

Art with Heart ZĂŒrich
14.- 16. September 2018
Brauerstrasse 126
8004 ZĂŒrich

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The Mystery of Banksy ETH AusstellungsfĂŒhrung

ART WITH HEART @ Starkart Exhibitions ZH
Wir sammeln fĂŒr Menschen auf der Flucht

Die Ateliergemeinschaft Brauerstrasse 126 lĂ€dt zur Vernissage der Kunstausstellung ART WITH HEART in der Galerie Starkart ein. Werke von rund 25 Kunstschaffenden aus dem Raum ZĂŒrich werden ausgestellt und verkauft. Der Erlös und die Bareinnahmen werden an die Organisationen “TsĂŒri hilft” und “schwizerchrĂŒz.ch” gespendet. Erscheint zahlreich, zusammen schaffen wir Grosses ♄

KĂŒnstler:
– OIBEL 1
– SAFU
– BANE
– CRUZE
– ZERA
– EKIN SENAN
– CASH
– JONAS ANELONE
– PEST
– GWEN FERRU
– ANTON STUDER
– NUÉL SCHOCH
– SALOME EICHENBERGER
– NICOLE STRAUBINGER
– CINTHIA STETTLER
– ALE PEPITA
– MARIA
– DEBRI
– BROOKE JACKSON
– SELINE FUELSCHER
– LARA VEHOVAR
– JEANNINE GILG
– SARA MAURER
– JULIA TRACHSEL
– LY PHAM
– SHEENA ZENZ
& SAMMLUNG GALERIE STARKART

Links zu den Hilfsorganisationen:
https://schwizerchruez.herokuapp.com/
https://tsuerihilft.allyou.net/5727121

Öffnungszeiten der Ausstellung:
SA 12.Dez , 18.00 Uhr – 24:00 Uhr
SO 13.Dez, 11:00 Uhr – 18:00 Uhr

art with heart flyer

art with heart flyer

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The Mystery of Banksy ETH AusstellungsfĂŒhrung

SELLOUT 9/11 Opening Night

2nd opening of the O F F S P A C E exhibition with the topic: Tagging Done By Officials and the film screening of Bad Seeds. It was a blast, thank you all for the great party !!
See you soon on Friday 9/25 19h for the RESOLUTION, the last transformation of the O F F S P A C E exhibition in the Starkart Artspace ZĂŒrich.

O F F S P A C E 9/11 SELLOUT

Bald gehts weiter am Freitag 25. September ab 19h mit der Auflösung / Resolution.

‱ O F F S P A C E – Spekulative Spurensuche
‱ 28. August bis 25. September 2015
‱ STARKART – URBAN ART EXHIBITIONS
‱ Brauerstrasse 126, 8004 ZĂŒrich
‱ Öffnungszeiten: Do / Fr 18 – 20 Uhr, Sa 14 – 20 Uhr
‱ 1. Vernissage: Freitag, 28. August 2015, 19 Uhr
‱ 2. Vernissage: Freitag, 11. September 2015, 19 Uhr
‱ 3. Vernissage: Freitag, 25. September 2015, 19 Uhr

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The Mystery of Banksy ETH AusstellungsfĂŒhrung

Wir haben heisse Ausstellungskritiken von Evtixia Bibassis, Babette BĂŒrgi und Jana Vanecek zu unserer Ausstellung O F F S P A C E erhalten. Von “stĂ€dtischen Blingbling” ĂŒber “Zierde fĂŒr hĂ€ssliche DenkmĂ€ler”, bis zum “urbanen Schmutz” “alles unter einer Kapuze”. Sehr lesenswert, checkt sie aus!

Evtixia Bibassis: lic. phil I, Kunstgeschichte, Volkskunde und Germanistische Linguistik, AuswahlkommissionVideo-Ex

Babette BĂŒrgi Dokumentarfilmerin und Lehrbeauftragte der UniversitĂ€t ZĂŒrich Institut fĂŒr Sozialanthropologie und empirische Kulturwissenschaft M.A. Webseite: Babette BĂŒrgi

Jana Vanecek Kuratorin fĂŒr Raiffeisen Kunstforum Winterthur, Kunstkritik fĂŒr Ensuite – Kulturmagazin, Helmhaus ZĂŒrich, Organisation IAFFZ Zurich, ZHdK ZĂŒrcher Hochschule der KĂŒnste, F+F Kunst und Mediendesign

Tagging done by officials

Tag sei Dank!

Ich wurde von Roman Leu gebeten, mir zur Tag-Ausstellung «OFFSPACE – eine spekulative Spurensuche» einige Gedanken zu machen und diese auf Papier zu bringen. Die Krux dabei, ich habe die Schau zum Zeitpunkt des Schreibens noch nicht gesehen. Mir bleibt, spekulativ ĂŒber den kommenden Galerien-Event zu schreiben. «Kein Problem», dacht ich mir, denn das Wort «Tag» im Kontext von Urban Art ruft sofort — und das dĂŒrfte den Starkart Galerie BesucherInnen ebenso gehen — mentale Bilder schnell gekritzelter, gekratzter, gesprayter, gepinselter, gesprĂŒhter Inschriften auf den OberflĂ€chen von Architekturen und stĂ€dtischem Mobiliar ab.

Wie ein Kommentar zur inneren KĂŒrzelflut stellen sich Fragen um die Deutungshoheit im öffentlichen Raum ein. Wer nimmt sich und bestimmt das Recht, im öffentlichen Raum prĂ€sent zu sein Welche Form der Ă€sthetischen Arbeit ist rechtens oder wird toleriert, weil sie ein freches stĂ€dtisches BĂŒhnendekor schafft? Welche Praxen der Raumaneignung werden kriminalisiert und als gefĂ€hrliche herbei geschwatzt und geschrieben bis sie als vermeintlich leibliche Bedrohung empfunden werden? Welche Zeichen dienen der Inwertsetzung des öffentlichen Raums, ja der Zurichtung des öffentlichen Raums zu einer Konsumlandschaft fĂŒr ein ausgewĂ€hltes, kauffreudiges und finanzstarkes Klientel? Welche werden verdrĂ€ngt und geschmĂ€ht weil die Stadt wie ein Grossunternehmen gemanagt wird? In einer urbanen Gesellschaft in der das Shoppen als Erlebnis inszeniert und der stĂ€dtische Raum von vielen bevorzugt als Mall betrachtet wĂŒrde? In einer Stadt, in der eine kritische kĂŒnstlerische Praxis allzu oft durch die organisatorische Geste und Setzung als warme Luft verpufft?

Übertrieben in der Argumentation bzw. in den aufgeworfenen Fragen? AugenfĂ€llig ist, das «taggen», wenn immer möglich, drastisch sanktioniert wird: von den stĂ€dtischen Behörden, von den privaten EigentĂŒmern der bearbeiteten OberflĂ€chen und, je nach herrschendem Zeitgeist, auch von denen die bestimmen was nun Kunst bzw. Hoch-Kunst ist und der viel grösseren Schar jener, die gerne zu diesem inneren Kreis der Bestimmenden zĂ€hlen wĂŒrden. Paradox, dass auf der einen Seite Galerien und vom Kunstkontext anerkannte KĂŒnstlerInnen ihre Werke im öffentlichen Raum prĂ€sentieren und Raum einnehmen dĂŒrfen (aktuell die stĂ€dtischen Sommerevents AAA und Aufsehen) und andererseits eine uralte Kulturpraxis, eine kulturelle Äusserung, als kriminell taxiert und mit Freiheitsentzug und Geldstrafen gebĂŒsst wird. Nichts neues.

Unsere Gegenwart ist geprĂ€gt von Sicherheitsdiskursen und der Ästhetisierung des Alltags, der Waren und KonsumgĂŒter. Das Kredo: Gut ist, was gut lĂ€uft, unabhĂ€ngig ob Hoch- oder PopulĂ€rkultur. Ein betĂ€ubendes und lĂ€hmendes Spektakel, wie es Guy Debord nannte. Eine Vereinnahmungs- und Verwertungsmaschinerie wie sie meines Wissens in dieser Schnelligkeit noch nie da war. In diesem Chaos des nahezu grenzenlosen Nebeneinanders von Möglichkeiten und der Ă€sthetischen Äusserung und Vereinnahmungen scheinen mir die Tags wie Spuren eines gelebten Lebens: Im Jetzt des Raumes und im Jetzt des Rausches der Selbst-ErmĂ€chtigung verankert. Sie wollen mir nichts gebieten und verbieten. Sie zeugen, so sehe ich sie, von IndividualitĂ€t, die sich einem komplexen MĂ€chtegemenge einschreibt. Nicht als Symptom einer Vereinzelung, eher eine zusĂ€tzliche Schichtung, im sozial produzierten Raum. Eine Schichtung die von MöglichkeitsrĂ€umen berichtet, von Wendungen und Widerstreit. Ein globales PhĂ€nomen, das dennoch Ă€usserst lokal verortet, einen anderen Stadtraum, einen Stadtplan individueller Aneignung chiffriert. Ein wacher Zustand im Delirium des verfĂŒhrerischen Spektakels.

Nun werden die Tags in den Galerienkontext gestellt. Droht die Ästhetisierungsindustrie sie vollends zu vereinnahmen, der Tag-Ausverkauf? Nein, zu gewandt, wenig fassbar und archaisch sind sie. Der geschĂŒtzte Galerienraum bietet aber die Möglichkeit, zumindest mir, hier mal ein grosses Danke an all die mir anonymen Taggerinnen und Tagger auszurichten: Danke fĂŒr einen nĂŒchternen und gleichzeitig verspielten Moment im alltĂ€glichen, stĂ€dtischen Blingbling.

Mitte August, 2015, evtixia bibassis
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TAG ein TAG aus

Eine Stadt ohne Tags ist wie ein Haus ohne Fenster oder ein Zebra ohne Streifen. Tags gehören zu ZĂŒrich wie das GrossmĂŒnster und die Banken. Das wird einem bewusst, wenn man durch die Ausstellung im Starkart lĂ€uft und die von ZĂŒrcher Taggern besprayten WĂ€nde sieht. Die Ausstellung eröffnet ein urbanes Mikrouniversum und widmet sich den individuellen SchriftzĂŒgen, die das Stadtbild prĂ€gen, ohne dass sie einem auffallen. Was in der Öffentlichkeit in den Hintergrund gerĂŒckt wird, steht hier im Vordergrund. Dabei geht es um Raumaneignung, um das Markieren von WĂ€nden, Fassaden und Stadtteilen, um die Manifestierung von Besitzanspruch oder einfach um die Kennzeichnung eines Flecks mit dem eigenen Symbol. Die Spuren, die von Taggern hinterlassen werden, haben einen eigenen Lebenszyklus, der in der Ausstellung zum Ausdruck kommt. Ein individuelles Tag wird entwickelt, die schriftĂ€hnlichen Formen werden auf allen möglichen OberflĂ€chen hinterlassen und meist ziemlich bald wieder ĂŒbermalt, von neuen Tags ĂŒbersprĂŒht oder von „Schöns ZĂŒri“ entfernt.

Neben der Geschichte von Tags und frisch betaggten Staubsaugern und Sofas, zeigt Starkart die wohl unabdingbare Vermarktung von Tags in der PopulĂ€rkultur und bietet fĂŒr Jugendliche einen Workshop an, alles ĂŒber Tags zu erfahren und eigene zu kreieren. Die Ausstellung versucht den Tags keine unangebrachte Bedeutung zuzuschreiben, oder ihnen eine Form zu geben, die es nicht gibt, sondern ĂŒberlĂ€sst sie ihrer eigenen Strukturlosigkeit.
Der Begleittext ergĂ€nzt die RĂ€ume mit einem Denkanstoss zum neuen Materialismus und plĂ€diert dafĂŒr, Materie im Wandel zu betrachten, ausserhalb dualistischer Strukturen. Es wird ein grosser Bogen zum Universum, zu kleinsten Staubpartikeln, zur Philosophie und zum Kapitalismus geschlagen, um schliesslich zurĂŒck zur Materie zu gelangen und die Postmoderne hinter sich zu lassen – alles unter der Kapuze des Taggens. Die Hinwendung zum Materiellen, genau wie der Wunsch des Umkrempelns von der Unterscheidung zwischen Kunst und Schund, Wertvollem und MĂŒll, neu und alt, hat in den Schweizer Kunstszenen bereits Tradition, wird jedoch nun von Starkart in einer eigenen Herangehensweise und geschĂŒtztem Offspace thematisiert. Ein Besuch ist lohnenswert, die RĂ€umlichkeiten an sich sind bereits ein Inbild moderner UrbanitĂ€t, und die eigens fĂŒr die Ausstellung von stadteigenen Taggern besprayten Objekten eröffnen viel Raum fĂŒr spekulative Materiendiskussionen. Ein grosses Dankeschön an Roman und Catherine fĂŒr die Beleuchtung einer vermeintlichen Schattenseite und ebenfalls Danke an die Tagger, die wieder WĂ€nde mit urbanem „Schmutz“ beleben und verschönern.

Nicht dran vorbeilaufen, sondern hinsehen.

Babette BĂŒrgi, September 2015
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Eine spekulative Spurensuche

Eine Zierde fĂŒr hĂ€ssliche und öde DenkmĂ€ler. Dieses globale Netz zieht sich ĂŒber alle Vor- und InnenstĂ€dte. Anonyme Namen von Legenden. Keine kalte Animation, sondern ein Ritual, das auf allen Objekten stattfindet. Es ist diese Leere, die ihre Kraft ausmacht. Die Linien gehen von einem auf das andere ĂŒber. Unmittelbar. Überall. Wiederholend. Eine polarisierende Praxis die alle anspricht. Auch dich. SchĂ€rfe deinen Blick.

Hervorgegangen sind sie aus der UnterdrĂŒckung der urbanen AufstĂ€nde in den amerikanischen Gettos in denen die Stimmen des Widerspruchs kein Gehör fanden. Ihr Einbruch in das System brauchte weder organisierte Massen noch einen klaren politischen Standpunkt und die wilde Kraft ihrer AnhĂ€ufung irritiert bis heute das Establishement. Als dieses PhĂ€nomen zum ersten mal in Erscheinung trat, wurde es mit allen Mitteln in Beschuss genommen. Das darĂŒber aufkommende UnverstĂ€ndnis drĂŒckte sich unter anderem in kultureller Ausgrenzung und Ă€sthetischen SĂ€uberungen aus.

Dank der forschen Aneignung der sich bewegenden FlĂ€chen von U oder S Bahnen, sprangen die Zeichen auf alle erdenklichen OberfĂ€chen ĂŒber und breiteten sich in der ganzen Welt aus. Trotz der stĂ€ndigen Marginalisierung haben sie sich seit ihrem ersten Auftreten, Ende der 70er Jahre im stĂ€dtischen Erscheinungsbild durchgesetzt und sind heute nicht mehr wegzudenken. Dennoch hat sich das Unbehagen, vor diesen schwarzen oder bunten Linien, bis heute noch nicht verflĂŒchtigt, deshalb werden sie immer wieder mittels Hochdruckreiniger bekĂ€mpft . Die Stadt ZĂŒrich unterhĂ€lt sogar eine eigene Einheit fĂŒr ihre Beseitigung und brĂŒstet sich mit Velo-KontrollgĂ€ngen die ihre EindĂ€mmung gewĂ€hrleisten sollen. Durch ihre gesellschaftliche Rezeption als ĂŒble Schmierereien und Verunstaltungen, als auch Markierung und Wiederaneignung des öffentlichen Raums, lösen sie bestĂ€ndig die Fragen nach dem Stellenwert des Eigentums und auch der Definition von Kunst aus.

Obwohl Werbung und Design Tags bereits annektiert haben, fehlt dieser Praxis jeglicher RĂŒckhalt aus dem traditionellen Kunstbetrieb. Bereits Beuys beschwerte sich ĂŒber die Reduktion des kĂŒnstlerischen Ideenreichtums und freier Information auf Vandalismus. Diese Herabsetzung verhindert bis heute einen sachlichen Diskurs und das Beachten der vielfĂ€ltigen Formensprachen. Selbst der einst per internationalem Haftbefehl gejagte, aber heute hochgeschĂ€tzte ZĂŒrcher Sprayer Harald Naegeli, grenzt sich gerne davon ab.

Vor diesem Hintergrund widmet sich die Starkart Gallerie erstmals in der Schweiz mit einer Ausstellung dem unerwĂŒnschten PhĂ€nomen und stellt es in ein neues Licht. Aufbauend auf den drei Themenblöcken „Entstehung“, „Vermarktung“ und „Auflösung“ verĂ€ndert und erweitert sich die Ausstellung „OFFSPACE – Eine spekulative Spurensuche“ wĂ€hrend einem Monat. Damit prĂ€sentiert sich die Schau in der Form jenes dynamischen Kreislaufs, der frĂŒher oder spĂ€ter jede Subkultur erfasst. Was sich unter anderem auch in der Ästhetik der Gebrauchstypografie oder der sprachlichen Konnotation des tagens auf facebook-walls niederschlĂ€gt. Innerhalb der Show werden nicht nur die historischen und gesellschaftlichen Aspekte der Tags beleuchtet. Mit dem Anspruch dem erstarrten Status Quo im Diskurs ĂŒber Tags etwas Frisches entgegen zu stellen wagt sie auch eine spekulative Vorausschau und erforscht wie die Zukunft der anonymen Linien aussehen könnte.

Jana Vanecek September 2015

Jana Vanecek, Babette BĂŒrgi und Evtixia Bibassis
Herzlichen Dank fĂŒr die Kritiken zur OFFSPACE Ausstellung.
Roman Leu

Weiterlesen: Was ist neu am neuen Materialismus?

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The Mystery of Banksy ETH AusstellungsfĂŒhrung

It was a fantastic first opening of the O F F S P A C E show on a warm Zurich summer night, with lots of new and familiar faces! We enjoyed to answer all the questions about TAGS and vandalism. And we are also very proud that this show opened so many minds. Wile we’re talking about it…. the second opening is on September 11. The topic then is the commercialisation of tags and graffiti. There will be a public guided tour through the exhibition, don’t miss it! See you all very soon again!

‱ O F F S P A C E – Spekulative Spurensuche
‱ 28. August bis 25. September 2015
‱ STARKART – URBAN ART EXHIBITIONS
‱ Brauerstrasse 126, 8004 ZĂŒrich
‱ Öffnungszeiten: Do / Fr 18 – 20 Uhr, Sa 14 – 20 Uhr
‱ 1. Vernissage: Freitag, 28. August 2015, 19 Uhr
‱ 2. Vernissage: Freitag, 11. September 2015, 19 Uhr
‱ 3. Vernissage: Freitag, 25. September 2015, 19 Uhr

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The Mystery of Banksy ETH AusstellungsfĂŒhrung

Quick video Trailer The creation of the TAGS!

They are anonymous. They are viral, reckless and undesirable. They grow where they can. Innocent bystanders run daily past ’em. They arise casually and rarely come alone. They appear on street posts, dustbins, facades, on art in public spaces, historic buildings and religious institutions. No surface in urban areas is safe from them. For years, they cover most suburbs and inner cities, destroy their proper image and cost a fortune to clean.
But have you ever imagined today’s cities without tags and graffiti ? Who knows actually exactly what is the meaning of TAGS? And what happens culturally and symbolically, if TAGS are suddenly displayed on a advertising poster? The exhibition offers an encounter with the misunderstood character of TAGS and a speculative view to their future development.
Check here for more info O F F S P A C E

‱ OFFSPACE – Spekulative Spurensuche
‱ 28. August bis 25. September 2015
‱ STARKART – URBAN ART EXHIBITIONS
‱ Brauerstrasse 126, 8004 ZĂŒrich
‱ Öffnungszeiten: Do / Fr 18 – 20 Uhr, Sa 14 – 20 Uhr
‱ 1. Vernissage: Freitag, 28. August 2015, 19 Uhr
‱ 2. Vernissage: Freitag, 11. September 2015, 19 Uhr
‱ 3. Vernissage: Freitag, 25. September 2015, 19 Uhr