Starkart Urban Art Exhibitions

 Brauerstrasse 126  8004 Zürich  info@starkart.org  
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NO(W)HERE*

21th February – 29th March 2014

NO(W)HERE*

Shepard FaireyInvaderC215Paul InsectLudoKidultVhilsDranDalEastMark JenkinsM-CityROAFaith 47Smash 137EscifHyuroStinkfishJAZJudith SupineSwoonSweet ToofLushBlek Le RatBladeBen EineReRoMartin WhatsonMau MauStf MoscatoPenny.

Starkart präsentiert die erste Urban Art Expo der Schweiz. Nachdem diese Kunstrichtung international bereits grosse Anerkennung geniesst, findet nun in Zürich eine Expo zu diesem Thema statt. In der Ausstellung NO(W)HERE* möchten wir alle Neugierigen auf eine Reise durch Raum und Zeit des Phänomens Urban Art einladen. Starkart möchten den geschätzten Besuchern Kenntnisse über die Herkunft und insbesondere auch Diversität von Urban Art vermitteln. Es werden Werke von 3 Künstlerinnen und 27 Künstlern aus fünf Kontinenten gezeigt. Unter anderem von Shepard Fairey, Paul Insect, Space Invader, Blek le Rat, Hyuro, Vhils, Swoon, Dran, C215, Ludo und vielen mehr. Über die sich hier in der Expo befindenden Werke soll eine Annäherung in exemplarischer Form an das meist sehr umfangreichen Oeuvre der 30 Künstler ermöglicht werden. Die Kunstwerke werden in übersichtlichen Schritten vorgestellt. Neben Formen, Motiven und Farben, werden Intertextualitäten, über das Werk hinauswirkende komplexere Verweisstrukturen und ihre Positionierung im städtischen Raum diskutiert. Besucher sollen über eine verdichtete Begegnung mit unterschiedlichen visuellen Charakteristika und Techniken dabei unterstützt werden, einen Durchblick im Urban Art Dschungel zu gewinnen. Zu sehen sind Stencils, Freehand, Pasteup bis zu Objekten und Installationen. Zusätzlich gibt es Videos, Texte und Führungen zum Thema und die «DIY» Do it yourself – Stencil Aktion, bei der Besucher ihren eigenen Stencil machen können. Für alle die schon immer einen original Banksy besitzen wollten, die beste Gelegenheit…

«The world has entered the urban millenium»
— Kofi Annan, 2001

«I‘ve had people ranging from anarchists to the president of the National Reserve Bank embrace my work and I think the more diverse the audience is, the more potential for interesting dialogue there is.»
— Obey, 2004

«My tools are stencils and spraycans, but I am not a vandal. My art is contextual. I strongly believe street art can physically change the city and the daily life of people living in.»
— C215, 2012

«I will hijack their codes and aesthetics in a damaging and harmful way, just like they did with graffiti
Kidult

«Rats are the only free animals in the city»
— Blek le Rat

WHERE (Vergangenheit)
Street Art ist eine der ursprünglichsten Kunstformen, die bis zu den alten Ägyptern und Griechen zurückreicht. Dank den ergiebigen Ausgrabungen der altertümlichen Stadt Pompeii, können wir heute nachvollziehen, welche Form und soziale Funktion die politische Karikatur als Stimme der Strasse zur Zeit der Römer hatte. Die Verbindung von Street Art und Graffiti Styles, tauchte zuerst an tristen Sozialbauten, verlassenen Parkplätzen und Subway Yards der Bronx, Brooklyn und Lower East Side in New York auf. Graffiti verband die Nachbarschaft, die Hispanics, Schwarzen, Weissen… Obwohl die Kunstform aufgrund der Klasse und Rasse der Jugendlichen die sie ausübten, lange trivialisiert und nicht als Kunst anerkannt wurde, ist sie heute zu einem globalen und extrem populären Kunstphänomen geworden. Der anti-institutionelle Charakter der Bewegung liess sich lange nicht mit Akademien und Museen vereinen. Die unorthodoxen und unerlaubten Interventionen wurden von der grossen Mehrheit als unerwünschte urbane Verschmutzung wahrgenommen, die es zu verfolgen oder zumindest zu ignorieren gilt. Ikonoklastisch und schwer zugänglich ist es allzu leicht, sie zu verwerfen ohne ihre Absichten oder Inhalte zu kennen, oder sich deren bewusst zu sein. Street Art zeichnet sich durch eine angespannte und äusserst ambivalente Beziehung mit dem Establishment (inkl. Kunstmarkt) aus. In den frühen 80er Jahren gelangte Graffiti erstmals nachhaltig ins gesellschaftliche Bewusstsein. In der damaligen öffentlichen Wahrnehmung wurde Graffiti mit stilisierten Innovationen im Bereich Turntableizm, Rapping, Breakdance verbunden und so der neue Darling des Kunstmarkts. 1985 hatten die Galerien jedoch bereits wieder das Interesse an dieser Kunstrichtung verloren. 1989 hatte die Stadt alle Züge gereinigt und neue Graffitis wurden innerhalb 24 Stunden geputzt. Die New Yorker Künstler hatten beides verloren – ihre wichtigste öffentliche Plattform und die Unterstützung der Galerien. Der Mikrokosmos in New York war zerstört. Stagnation des Movements.

HERE (Gegenwart)
Graffiti ist zweifellos die einflussreichste Kunstbewegung seit Pop. Erfunden von Teenagern, floriert sie 40 Jahre später immer noch, entwickelt sich konstant weiter und bildet laufend neue Techniken aus. Street Art wird oftmals als Gegenkultur diskutiert. Sie wurde jedoch über die letzten Jahrzehnte immer stärker vom Mainstream assimiliert und gilt heute schliesslich als eine der verbreitesten Kunstpraktiken. Möglicherweise ist Street Art die angemessene Form von Protest im gegenwärtigen Zeitalter scheinbar freier Meinungsäusserung. Die Kunstform bringt gesellschaftliche Kommentare anonym, mit Augenzwinkern, Kreativität und Selbstironie zum Ausdruck (zur Zeit beispielsweise in Athen zu beobachten). Kulturelle Zeichen wie etwa Markenlogos werden ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubt und in einen neuen Kontext (Subvertizing/Adjamming) einkodiert.Vielleicht ist es an der Zeit unsere Beziehung zu dieser sich stets im Wandel und Wachstum befindlichen, äusserst lebendigen künstlerischen Ausdrucksform neu zu überdenken. Wenn wir uns Zeit nehmen den Zeichen der Zeit («the writing on the wall») ohne Vorurteile zu begegnen, liesse sich womöglich erkennen, dass das eigentliche Problem nicht die «Kids» «Aktivisten» oder «Vandalen» sind, sondern das es viel tiefer im System selbst liegt. Wir würden entdecken, dass sie etwas Wichtiges zu sagen haben. In einigen Fällen verkörpern ihre illegalen Provokationen einen kreativen Ausdruck und transzendiere Ebenen der Erkenntnis, was diese Werke wichtig macht und in einigen Fällen sogar zu grosser Kunst.

NOWHERE (Digital zeitlos)
Das Web 2.0 oder der dafür beliebtere Begriff Social Media, veränderte das Internet grundlegend. Der Internet-Nutzer wurde vom Konsument zum Produzent (Prosument). Die Wahrnehmung von Urban Art und Graffiti veränderte sich im Zuge dessen ebenfalls. Das konstante „posten“ und „sharen“ der Fotos von Graffitis und Street Art Werken und der damit grossen Verbreitung auf dem Internet hat zahllose inspiriert, eine Spraydose (oder andere Werkzeuge) in die Hand zu nehmen und die Kunstform zu weiterzuentwickeln. Leider stumpfte Graffiti als statisches konserviertes Bild im Internet dadurch jedoch etwas ab. Es stellt sich die Frage, ob es noch von Relevanz ist, dass man solche Werke überhaupt noch in Echt sehen muss.

NOW WHERE (Zukunft)
Jeder Künstler der “nur” Fotos von seinen Werken auf dem Netz postet nutz das Potential des Internets bei weitem nicht aus. Er benutzt das Netz lediglich als Lagerplatz / Konserve und ev. um einen Hype zu erzeugen. Das kann ganz nützlich sein, ist aber im Zeitalter wo wir unsere Gesichter an sonnigen Tagen in die massgeschneiderten Inhalte unserer Smartphones vergraben, nicht mehr zeitgemäss. Eine Street Art Map benutzen oder Street Art Touren zu folgen, dauernd mit einem Auge auf Social Media zu schielen und mit dem anderen einschlägige Blogs zu lesen wird uns der Sache nicht näher bringen. Statt selber zu entdecken, folgen, laufen oder jagen wir nur noch anderen auf ausgetretenen Pfaden hinterher, wie einem Museum – oder einer Galerie. Wir sollten das Internet eher benutzen wie Graffiti-Künstler die Wände der Stadt. Das World Wide Web ist genauso ein öffentlicher Raum. Statt nur auf den bekannten oder dafür vorgesehenen Orten zu weilen und zu teilen und Leute anzusprechen die sowieso mit der Materie vertraut sind, können Künstler mit sehr geringem Aufwand, Viral Art einfach produzieren und soziale Medien künstlerisch umnutzen. Billig und leicht zu verbreiten, ist Kunst auf dem Netz wo sie unerwartet auftaucht besonders wirksam und anregend. Mit etwas Kreativität, einem Smartphone oder Laptop und einer funktionierenden Internetverbindung ist man bereits dabei.
Catherine Eisendle und Roman Leu

NO(W)HERE*
21. Februar – 29. März 2014
Eröffnung: 21. Februar 19 Uhr – 24 Uhr
Öffnungszeiten: Do/Fr 17 – 20 h, Sa 14 – 19 h
Starkart Exhibitions, Brauerstrasse 126, 8004 Zürich

NO(W)HERE*

Shepard Fairey – Invader – C215 – Paul Insect – Ludo – Kidult – Vhils – Dran – DalEastMark Jenkins – M City – ROAFaith 47Smash 137Escif – Hyuro – StinkfishJAZJudith Supine – Swoon – Sweet ToofLush – Blek Le Rat – BladeBen EineReRoMartin WhatsonMau MauStf MoscatoPenny.

Starkart presents the first Urban Art Expo in Switzerland. Since this art movement already enjoys internationally great recognition, now Zurich surely is ready for an expo held on this topic.
In the exhibition NO(W)HERE* we would like to invite all curious people to get on a journey through space and time of the phenomenon street- and urban-art. Starkart wants to equip their appreciated visitors with knowledge regarding the origin and especially the diversity of urban art. The works of 3 female and 27 male artists from five continents will be shown. By means of the works shown at the expo there is supposed to be an exemplary approximation-ability towards the artists’ often very extensive oeuvre. The artworks will be presented in clear steps. Additionally to form, motives and colors, intertextuality, more complex reference-structures that go above and beyond the artwork itself, and their respective positioning within the urban space shall be discussed. Visitors are supposed to be supported on a compacted encounter with various visual characteristics and techniques in order to gain a clear view in the urban art-jungle. There will be stencils, freehand, pasteup up to objects and installations to view. Furthermore, there will be videos, texts and guides on the topic as well as the «DIY» Do it yourself – stencil action, where visitors are able to create their own stencil. For those that always wanted to own an original Banksy, this is the best opportunity…

«The world has entered the urban millenium»
— Kofi Annan, 2001

«I‘ve had people ranging from anarchists to the president of the National Reserve Bank embrace my work and I think the more diverse the audience is, the more potential for interesting dialogue there is.»
— Obey, 2004

«My tools are stencils and spraycans, but I am not a vandal. My art is contextual. I strongly believe street art can physically change the city and the daily life of people living in.»
— C215, 2012

«I will hijack their codes and aesthetics in a damaging and harmful way, just like they did with graffiti.»
— Kidult

«Rats are the only free animals in the city»
— Blek le Rat

WHERE (Past) Street art is one of the most original forms of art, dating back to the ancient Egyptians and Greeks. Thanks to the yielding excavations of the ancient city of Pompeii, we are able to understand what form and social function the political caricature had as a voice of the streets in Roman times. The connection between street art and graffiti styles first appeared in the somber housing projects, abandoned parking lots and subway yards of the Bronx, Brooklyn, Lower East Side of New York. Graffiti connected the neighborhood, the Hispanics, the Blacks, Whites… Even though this form of art was trivialized for long times due to the class and race of the teenagers that practiced it; it arrived to be a global and extremely popular art-phenomenon these days. The anti-institutional character of the movement was not combinable with the academics and museums for a long time. The unorthodox and unauthorized interventions were perceived as urban littering by the broad majority; which wanted this form of art to be persecuted or at least ignored. Iconoclastic and hard to access, it is just all too easy to completely discard it without knowing the true motives or contents, or being aware of those. Street art is characterized by a tense and highly ambivalent relationship with the establishment (incl. art-market). In the early 80′s, graffiti finally made a sustainable move into the social awareness. Public perception had graffiti connected with stylized innovations in the areas of turntable-ism, rapping, and break dance and thus became the new darling of the art-market. By 1985, the galleries already lost their interest in this new form of art. In 1989, the city had cleansed all trains and new graffiti were cleaned within 24 hours of appearance. The New Yorker artists lost both – their most crucial, open platform and the support of the galleries. The microcosm in New York was destroyed. Stagnation of the movement.

HERE (Present) Graffiti is, without doubt, the most influential form of art since Pop. Invented by teenagers, it still flourishes, 40 years later, constantly evolving and creates new techniques on the go. Street art is often discussed to be the anticulture. However, it has been incorporated but even stronger by the mainstream in the course of the last decades and, by today, is known as one of the most spread practices of art. Perhaps, street art is the appropriate form of protest in today’s age of apparently free speech. This form of art expresses social commentaries in an anonymous, winking-eyed, creative and self-ironic way (currently e.g. to be seen in Athens). Cultural signs such as trademarks and brand-logos are being robbed of their original meaning and are re-coded into a new context (subvertizing/adjamming).
Perhaps, the time has come to re-think our relationship towards this ever changing and growing, thus very vivid, cultural form of expression. If we gave ourselves the time to meet the signs of time («the writing on the wall»), it could possibly be recognized that the actual issue is neither the «kids», «activists», nor «vandals»; but that these issues are rooted much deeper within the system itself. We would recognize, that they have something important to say. In some cases, their illegal provocations are embodying a creative expression and transcending levels of perception; marking these works as important and, in some cases, even as grand art.

NOWHERE (Digitally timeless) The web 2.0 or the more popular term “social media”, changed the internet fundamentally. The internet-user turned from consumer to the producer (prosumer). The perception of urban art and graffiti changed, too. The constant posing and sharing of photography of photos showing graffiti and street art-works and the intertwined, grand sharing on the internet, inspired a countless number to grab the spray-can (or other tools) and to reform and revolutionize this form of art. Unfortunately, graffiti numbed down to some extend as a static, conserved picture on the internet. This brings up the question whether or not it is still relevant to view these pieces in real life.

NOW WHERE (Future) Every artist “only” posting photos of his works online does not make use of the internet’s potential fully. He uses the net solely as a place to store / conserve and perhaps to create a hype. This certainly can be quite useful, yet is not adequate in an age where we tend to bury our faces to look at the tailored contents of our smartphones in broad daylight. To both use a street art-map or follow street art-tours whilst all the time glancing over social media with one eye and reading pertinent blogs with the other is not going to get us any closer towards the actual thing. Instead of exploring, we follow, run or chase after others in run-down pathways, just like in an museum – or a gallery. We should, instead, use the internet like graffiti- and street artists use the city’s walls. The world wide web is a public space and can be used like one. Instead of only lingering at the already known and designated places to share and stay and talk to people who are knowledgeable concerning the matter anyway; artists can produce viral art without putting extensive effort into, as well as use social media in an artistic way. Inexpensive and easy to share; art is something that very effectively and stimulating, yet unexpectedly appears on the net. With a bit creativity, a smartphone or laptop and a functioning internet-connection one is already in touch.

NO(W)HERE*
21th February – 29th March 2014
Opening: 21 February 7pm – 12pm
Hours: Thu/Fri 17 – 20 h, Sat 14 – 19 h
Starkart Exhibitions, Brauerstrasse 126, 8004 Zürich

Will be added soon
Will be added soon